Die Lebensdauer eines Bildes im digitalen Zeitalter….

Via den Post von Paddy bin ich auf einen super Artikel gestossen.

Wie lange lebt ein Bild?

Diese Frage stellt sich der Hobbyfotograf raschfoto.de in einem exzellent geschriebenen Artikel. Denke diese Frage ist mehr als berechtigt, denn jeder Fotograf wird irgendwann mal damit konfrontiert. Das Hauptziel des Fotografen sollte immer sein, etwas zu schaffen, was einen Wert hat.  Aber auch was dem Zeitgeist entspricht. Und was einen Wert hat, bringt auch eine Haltezeit mit sich. Zugegebenermassen beschleunigt sich diese in der digitalen Welt.  Aber der Fotograf alleine entscheidet, was mit dem Bild geschieht, nicht die Facebook Community….

Ich bin der Überzeugung, dass es schlussendlich auf den Fotografen ankommt, wie er mit seinen Bildern umgeht und was er auch zulässt. Zu Beginn sollte sich jeder im Klaren sein, was und wen er mit seinen Werken begeistern möchte. Sind es Kunden, wie Modehäuser, Magazine usw. sprich B2B. Oder sind es Privatkunden im B2C Bereich. Diese erste Fragestellung weist schonmal eine erste Richtung. Im B2C Bereich wird immer noch mit hochwertigen Printwaren geworben. Networking wird hier gross geschrieben. Sprich, der Fotograf schickt vorab Printmuster zum möglichen Kunden. Wenn es dann zu einem ersten Gespräch kommt, bringt der Fotograf sein Photobook mit, welches mit seinen besten und hochwertigsten Arbeiten gefüllt ist. Natürlich abgestimmt auf sein Gegenüber, den zukünftigen Kunden. Der Inhalt dieses Photobooks kann und soll sich über die Jahre entwickeln. Sollte also dem Zeitgeist entsprechen.

Wenn man jetzt eher Menschen im Privatbereich beglücken möchte, kann der Weg über Social Media durchaus plausibel sein. Schlussendlich sollte man sich als Fotograf nicht auf einen einzigen Kanal einlassen, sondern eine gesunde Mischung anstreben. Je nach Zielgruppe wird diese Mischung eine Tendenz aufweisen entweder in die eine Richtung oder die Andere.  Das ist ein Spiel zwischen Klicks, schnellen Kommentaren und “Likes” versus Wertvorstellung des Bildbetrachters.

Ist den ein FB User die Person, welche dein Bild anschauen soll? Oder will man vom Online User nur den Klick? Der Wert des Bildes kann also mit der Zeit gemessen werden. Schaut man sich das Bild heute an ist es gut. Schaut man sich das Bild in fünf Jahren wieder an ist sein Wert automatisch gestiegen. Vorausgesetzt es gefällt immer noch. Wenn man sich nun grosse Fotografen anschaut, wie Peter Lindbergh, Mario Testino, Melissa Rodwell, Christian Schuller usw. dann bemerkt man, dass diese mit Bildern arbeiten, welche Jahrzehnte überdauern. Dies haben sie nicht erreicht durch die Marketing Schleuder Facebook und Co, sondern durch den Wert des Drucks, dem Spiel mit der Zeit, den ausgesuchten Locations, den begabtesten Models usw. Die Stars der Branche lassen sich also nicht auf die Massenproduktion von Bildern mit Namenlosen Inhalten ein und schon gar nicht von der Kurzlebigkeit der digitalen Welt. Sie machen sich genau diese Kurzlebigkeit zu Nutzen im dem sie nicht hauptsächlich die Bilder posten, sondern Ereignisse. Sprich, dort wird ein Buch angekündigt, ein Projekt thematisiert, da eine Ausstellung, dort Backstage Berichte von Modeschauen, Fun mit Models usw…. Sie zeigen Gesicht!

Und genau darin sehe ich die Chance, welche die digitale Welt gegenüber dem Print hervorbringt. Ein Medium, welches nicht das Endresultat zeigen sollte, sondern den Weg dahin. Das Spiel mit dem Voyeurismus, die Frage, was macht der andere gerade, was hat er erlebt, was plant er, wohin will er… dafür denke ich ist Social Media da.